ersteigerung”. Dafür wird der Braut der Schuh “geraubt”
und symbolisch unter den Hochzeitsgästen versteigert. Zum
Schluss ersteigert der Bräutigam den Schuh mitsamt den bis zu
diesem Zeitpunkt eingeworfenen Geldbeträgen. Das Geld
verbleibt dem Brautpaar.
Meist zur späteren Stunde und richtig moderiert kann daraus
eine fröhliche und spannende Unterhaltung entstehen. Gegenüber
manch andern Hochzeitsbräuchen und -spielen wird das
Brautpaar nicht zu sehr involviert oder gar “vorgeführt” und hat den
schönen Nebeneffekt, dass für das junge Glück so sogar z. B.
die Urlaubskasse für ihre Hochzeitsreise “aufbessert” wird.
Eine - von bestimmt unzähligen - Varianten möchten wir hier
gerne vorstellen:
Vorbereitung:
Benötigt werden:
1 Auktionator/Moderator(in) (am Besten wortgewandt,
schlagfertig und witzig)
1 - 2 “Einsammler(innen)” (mit Hut oder Tablett. Der
Brautschuh sollte besser in der Hand des Auktionators bleiben, damit er
den Schuh immer wieder hochhalten und besser anpreisen kann)
Nicht immer befinden sich in der Hochzeitsgesellschaft
Gäste, die mit diesem schönen Brauch vertraut sind, bzw. von sich aus
die Durchführung der Versteigerung freiwillig übernehmen
möchten. Deswegen ist es manchmal empfehlenswert, wenn das
Brautpaar sich vorher mit jemanden aus der
Hochzeitsgesellschaft abspricht, der diese Aktion übernimmt oder ggf. einen
“spontanen“ Auktionator unterstützt.
Ebenso sollten Sie vielleicht sogar vorher absprechen, wie
lange maximal die Auktion dauern soll (damit es sich nicht zu lange
hinzieht) oder bei welchen maximalen Betrag er aufhören soll
(je nach Größe der Hochzeitsgesellschaft und Stimmung steigen
bei einer “amerikanischen” Versteigerung die Gebote schon
mal unaufhörlich).
In der Regel sollte das letzte Gebot dem Trauzeugen,
Brautvater etc. zugesprochen werden, der natürlich den Brautschuh vom
Bräutigam auslösen lässt, damit dieser ihn seiner Braut
zurückgeben kann..
Das ersteigerte Geld wird dem Brautpaar vom Auktionator zum
Schluss überreicht.
Weiterhin sollte sichergestellt sein, dass Kleingeld zur
Verfügung steht. Findet die Feier in einer Gaststätte statt, sollten Sie den
Wirt also ebenfalls im Vorfeld daraufhin weisen, dass evtl.
vermehrt Wechselgeld benötigt wird (hauptsächlich 1 Euro Münzen
und 2 Euro Münzen). Bei Feiern in privaten oder angemieteten
Räumen, sollten Sie einen “Vertrauten” (z.B. Trauzeuge/-in)
darum bitten evtl. etwas mehr Kleingeld dabei zu haben als
üblich, damit bei ihm/ihr zur Not große Scheine gewechselt
werden können.
Durchführung:
Zuerst muss natürlich ein Schuh der Braut entwendet werden.
Dann folgt die Versteigerung dieses Brautschuhs.
Achtung! Oft wird der Fehler begangen, dass der Brautschuh
klassisch versteigert wird. Also einer bietet, ein anderer
überbietet und jeder wirft sein Gebot in voller Höhe in den
Schuh oder zum Schluss zahlt gar wirklich nur der- oder diejenige
mit dem höchsten Gebot. Das führt jedoch dazu, dass die
Versteigerung sehr schnell vorbei ist, weil nicht alle mitbieten
möchten oder können. Manchmal mag dabei auch keine so rechte
Stimmung aufkommen.
Deshalb empfehle ich - aus eigener Erfahrung wohlgemerkt -
die “amerikanische” Versteigerung:
“Amerikanische” Versteigerung: Das Gebot beginnt bei einem
niedrigen Betrag, z. B. bei einem Euro. Derjenige, der darauf
bietet zahlt den einen Euro an den Auktionator (oder den
“Einsammler”, der mit Hut oder Tablett die Gebote “abholt”).
Überbietet jetzt jemand z. B. mit “drei Euro”, muss dieser
Bieter nur die Differenz zum vorhergehenden Gebot zahlen - also
zwei Euro. Der nächste überbietet vielleicht mit “vier Euro”
und zahlt somit einen Euro, also die Differenz zum
vorangegangenen Gebot. Überbietet jetzt jemand mit “acht
Euro” sind von demjenigen an den Auktionator vier Euro fällig.
Die Regel lautet also: Derjenige der bietet, zahlt immer die
Differenz zum vorhergehenden Auktionsgebot. Der Vorteil liegt
darin, dass das Spiel somit länger geht und die Gäste selbst
bei 100 Euro noch locker 101 Euro bieten können, weil man ja nur
die Differenz, also 1 Euro, an den Auktionator zahlen muss.
Der Effekt ist, dass die Versteigerung wesentlich länger dauert,
lustiger ist, weil eben jeder Gast (selbst der jüngste
Gast!) sogar noch bei 200 Euro mitbieten kann und nicht ein Einzelner zum
Schluss einen hohen Betrag zahlen muss. Bei
Hochzeitsgesellschaften jeglicher Größe kommen bei einer solchen
Versteigerung schnell mal ein hübsches Sümmchen zusammen
(wobei jeder einzelne Gast noch nicht einmal viel mitbieten
muss). Irgendwann, wenn der Auktionator merkt, dass das
Spiel lange genug gedauert hat, die Gebote nicht mehr so schnell
getoppt werden oder der ersteigerte Betrag bereits schon in
schwindelerregenden Höhen getrieben wurde, lässt er dem
Trauzeugen (oder Brautvater etc.) die Chance zukommen, das
letzte Gebot abzugeben und gibt ihm den Zuschlag (...zum
Ersten, zum Zweiten und zum Dritten). Aber auch dann wird
wiederum nur die Differenz zum vorletzten Gebot kassiert.
Besonderheiten:
Ein guter Auktionator ist natürlich Gold wert: er sorgt mit
seiner Anpreisung für die lustige Unterhaltung und bringt die Gäste
dazu, ein neues Gebot gleich wieder zu toppen. Er sollte
aber auch gleichzeitig dafür Sorge tragen, dass die “Versteigerung”
nicht zu langwierig wird oder zu stark angeheiterte Gäste
das Spiel stören.
Zum “Anheizen” dienen dem Moderator auch folgende
Möglichkeiten:
Wird ein runder Betrag geboten (also 10, 20, 30 ...) darf
sich der Bieter oder Bieterin einen Kuss von der Braut oder vom
Bräutigam abholen bzw. diese küssen (Wangenkuss. Auch hier
ist das “Feingefühl” des Auktionators gefordert)
Wird eine Schnapszahl geboten (also 11, 22, 33,..., des
Spaßes wegen auch 122, 133 usw.) erhält der Bieter oder die Bieterin
einen Schnaps, Likör oder Sekt (auch hier evtl. noch eine
Hilfsperson einplanen, welche die Getränke reicht).
Mögliche Variante mit Wedding Favors:
Bei runden Beträgen und bei Schnapszahlen gibt es zusätzlich
ein Wedding Favor (z.B. bedrucktes Sekt- oder Schnapsglas) für
den/die Bieter(in). Allerdings sollte man darauf achten,
dass diese “Zuwendung” je Gast nur bei seinem ersten runden oder
Schnapszahl-Gebot gewährt wird.